Eine Frage, die mir häufig gestellt wird. Welches Objektiv wurde bei dem Bild verwendet? Was kannst du bezüglich Objektive empfehlen? Auf diese Fragen gibt es in diesem Blogbeitrag eine einfache Antwort.

 

Welches Objektiv für die Fahrzeugfotografie?
Eines vorab. Fahrzeuge lassen sich grundsätzlich mit jedem Objektiv fotografieren. Schlussendlich ist alles immer eine Frage des Geschmacks. Nichts desto trotz ist die Frage nach dem richtigen Objektiv in der Fahrzeugfotografie eine berechtigte.

In der Regel wird in der Automobilfotografie ein Brennweitenbereich von 35mm bis 55mm am Kleinbildsensor präferiert. Dies zeigt sich auch rasch, wenn man die Fahrzeugfotografien im Internet mal hinsichtlich der EXIF-Daten genauer unter die Lupe nimmt. Weitwinkliger eher weniger, da dies ein Verzerren des Fahrzeugs mit sich bringt. Und genau dass möchte man in der Autofotografie tunlichst vermeiden. Schliesslich will man ein Fahrzeug „wahrheitsgetreu“ abbilden und dabei die Linien und Formen – die das Automobil eben ausmachen – ohne jegliche Verzeichnungen präsentieren. Aber wie heisst es so schön, keine Regel ohne Ausnahme. Eine Aufnahme mit viel Weitwinkel kann trotzdem viel Spannung erzeugen, obschon die Linien und Formen des Autos dann nicht mehr ganz real sind. Die Fotografie ist also immer noch Kunst. Und Kunst liegt immer im Auge des Betrachters. 😉

 

50mm
Anfänglich habe ich meine Fahrzeugfotoshootings jeweils mit einer Festbrennweite von Nikon absolviert. Nämlich mit dem Nikkor AF-S 50mm 1.8G in Verbindung mit der Nikon D800. Eine Festbrennweite hat den Vorteil, besonders lichtstark und kompakt zu sein. Die Kompaktheit äusserst sich somit auch positiv im Gewicht. Zusätzlich ist ein solches Glas in Sachen Abbildungsqualität sehr gut aufgestellt, nebst dem Fakt, dass vor allem die 1.8er Reihe bei Nikon ziemlich preiswert ist.

Ford Focus RS fotografiert mit dem Nikkor 50mm 1.8G

Ford Focus RS fotografiert mit dem Nikkor 50mm 1.8G

Mercedes SLS AMG fotografiert mit dem Nikkor AF-S 50mm 1.8G

Mercedes SLS AMG fotografiert mit dem Nikkor AF-S 50mm 1.8G

Da aber die Lichtstärke des Objektivs praktisch nie zum Tragen kam (da Stativ und eine kleinere Blende) und manchmal die vorhandenen Platzverhältnisse an einer Location nach mehr Weitwinkel und Flexibilität schrien, kam mit der Zeit das Bedürfnis nach einem Zoom.

 

24-85mm
Obschon auf der Wunschliste im Zoombereich das Nikkor AF-S 24-70mm 2.8G ED ganz oben stand, habe ich zuerst zum 24-85mm von Nikon gegriffen. Schliesslich wollte ich einfach mal testen, ob ein solches Zoom meine Flexibilitätswünsche erfüllen kann. Und da ich ein interessantes Angebot für besagtes Glas hatte, griff ich kurzerhand zu.
Das Nikkor AF-S 24-85mm 3.5-4.5G ED VR wurde (und wird auch noch) häufig als Kitlinse bei Vollformatbodies angeboten und hat auch im Einzelkauf keinen überrissenen Preis zu verzeichnen. Es ist nicht nicht ganz so scharf wie das 24-70mm, allerdings muss man sich mit diesem Objektiv auch nicht verstecken. Folgende Bilder wurden mit dem 24-85 gemacht.

Lamborghini-Detail-Scheinwerfer

Lamborghini Detail fotografiert mit dem Nikkor AF-S 24-85mm 3.5-4.5 G ED VR

FocusST_1280

Ford Focus ST fotografiert mit dem Nikkor AF-S 24-85mm 3.5-4.5 G ED VR

YamahaR1_1280

Yamaha R1 fotografiert mit dem Nikkor AF-S 24-85mm 3.5-4.5 G ED VR

Wer viel auf Schärfe gibt und wenig bis gar nicht in Photoshop oder Lightroom arbeitet (Stichwort: Nachschärfung), dem sei eher das 24-70 von Nikkor empfohlen. Vor allem wenn man noch andere Dinge fotografieren will, ist das 24-70er Nikkor mit seiner durchgängigen Lichtstärke schon die qualitativ bessere – aber auch wesentlich schwerere und kostenintensivere – Alternative als das 24-85. Aber für einen eher schmaleren Taler hat man mit dem 24-85 eine gute Linse, die sich zweifelsohne auch für die Fahrzeugfotografie eignet.

 

24-70mm
Nach der als positiv gewerteten Phase mit dem 24-85, griff ich dann endlich zum langersehnten Nikkor AF-S 24-70mm 2.8G ED und verkaufte die andere Zoomoptik. Die fehlenden 15 Milimeter am längeren Ende stören überhaupt nicht, da wie bereits eingangs des Beitrags erwähnt, hauptsächlich maximal bis 70mm gebraucht werden. Meistens sogar eher nur bis 55mm.
Folgende „Automotiv-Werke“ wurden also mit dem berühmt berüchtigten Zoom erstellt.

AMG-GTS-Heck-Final-1280

AMG GT S fotografiert mit dem Nikkor AF-S 24-70mm 2.8G

GTR-Walk-Ladyinred

Nissan GT-R fotografiert mit dem Nikkor AF-S 24-70mm 2.8G

Fahrt_1280

Ferrari 348ts fotografiert mit dem Nikkor AF-S 24-70mm 2.8G

Ford Focus ST Frontalansicht

Ford Focus ST fotografiert mit dem Nikkor AF-S 24-70mm 2.8G

 

Fazit
Den Autos ist es egal, mit welchem Objektiv man fotografiert. Hauptsache es kommt was ansehnliches dabei raus. 😉 Als Faustregel kann man jedoch sagen, dass man mit 50mm plus, minus 20mm sehr gut ein Automobil ablichten kann. Da ich nebst dem Zoom nach wie vor noch die 50mm Festbrennweite besitze, bin ich jeweils im Konflikt, welches Glas isch nun verwenden will. Mittlerweile greife ich jedoch fast immer zum 24-70mm, weil ich einfach mehr Flexibilität mit dem Brennweitenbereich habe. Vor allem wenn es eine grössere Bildstrecke geben soll und auch Interieur-Aufnahmen verlangt sind, ist man mit dem 24-70mm einfach besser aufgestellt.

 

Achtung: Sämtliche meiner Schilderungen beziehen sich auf die Fotografie mit Vollformat. Fotografiert jemand Fahrzeuge mit einer APS-C-Kamera muss der Cropfaktor berücksichtigt werden, um auf die oben genannten Brennweiten zu gelangen (bei Nikon 1.5, bei Canon 1.6).