Patrick Ludolph von Neunzehn72 hat einen sehr amüsanten und lesenswerten Blogeintrag verfasst, welcher mit meiner Gemütslage hinsichtlich Facebook ziemlich übereinstimmt. Wer ein paar Minuten Zeit hat, der soll doch die Zeilen von „Facebook, wir müssen reden“ durchlesen.

 

Facebook – Quo vadis?
Vor wenigen Wochen war ich ganz nah am Punkt, meine Facebook Fanseite zu löschen. Und zwar genau aus den selben Gründen, wie bereits im obigen Artikel erörtert. Ich frage mich effektiv, wie viel Zeit man noch in Facebook investieren sollte? Halten sich Aufwand und Nutzen die Waage? Oder hat alles eh keinen Sinn, weil schlussendlich sowieso nur der liebe Algorithmus entscheidet?!

Ganz ehrlich, ich bin nicht der klassische Facebook-Benutzer. Ich versuche lediglich einmal wöchentlich (in seltenen Fällen auch zweimal in der Woche) ein Bild zu posten. Für den Newsfeed von Euch also ziemlich mageres Futter. Allerdings hat sich dies mit der Zeit so ergeben, da bereits vor einigen Monaten (respektive Jahren) die Reichweite durch Algorithmus-Änderungen drastisch gesunken ist und dementsprechend die Lust an Facebook Schritt für Schritt schwand. Aufgrund dessen ist mein Aufwand für den Unterhalt der Facebookseite nahezu null. Ich melde mich in der Regel nämlich nur einmal pro Woche an und beantworte sämtliche Nachrichten, like interessante Posts in meinem Newsfeed und poste ein Bild. That’s it.

Algorithmus sei Dank
Ob sich dieser Zustand noch einmal ändern wird oder ob die Facebookseite gelöscht wird, weiss ich nicht. Die Algorithmus-Änderungen haben meines Erachtens jedenfalls eindeutig aufgezeigt, dass die beste Möglichkeit einen langfristig funktionierenden Kanal aufzubauen, immer noch die eigene Webseite ist.
Die durch den Algorithmus resultierende sinkende Reichweite hat beidseitig – also aus Sicht eines Fanpageinhabers und als „Fan“ einer Seite – einen faden Beigeschmack. Als Fanseite möchte man doch, dass der gepostete Content möglichst alle „Follower“ sehen und daraus ein Feedback entsteht. Und als „Fan“ von Seiten wünscht man sich jeden Inhalt im Newsfeed angezeigt zu bekommen. Denn man hat ja schliesslich auch die entsprechende Facebookseite geliket, um den darin produzierten Inhalt zu Gesicht zu bekommen. Und nicht nur um ein Like dagelassen zu haben…

500 Likes auf 20 Mio. Fans
Ein gutes Beispiel des Reichweitenzerfalls ist die Facebookseite von Mercedes Benz. Mercedes generiert wirklich tollen Inhalt auf verschiedensten Social Media Kanälen. Der Lohn dafür sind über 20 Millionen Anhänger auf Facebook. Doch die geposteten Bilder erzeugen meistens nur noch um die 500 und 4’000 Likes. Das kann doch wirklich nicht wahr sein?
2013 wurden bei deren Postings häufig noch zwischen 30’000 und 70’000 Likes dagelassen. Dieser Tiefflug ist das Resultat des Algorithmus von Facebook. Patrick Ludolph hat diesen Umstand äusserst treffend beschrieben:

Du hast uns erzählt, dass Du für uns die wirklich relevanten Inhalte herausfiltern würdest und den Quatsch entfernst. Kumpel, mal ehrlich. Woher willst Du bitte wissen, was mich interessiert? Mein Geschmack ist so skurril, den kannst Du gar nicht errechnen. Du hast doch keine Ahnung. Mich nervt das so richtig an. Ich suche mir meine gewünschten Inhalte mühsam zusammen und Du wirfst mit Deinem Algorithmus alles wieder über den Haufen. Die morgentliche Lektüre meiner Chronik wurde ständig uninteressanter.

Instagram – welch Ironie
Und genau darum mag ich Instagram. Denn bei Instagram kannst du scrollen und scrollen und scrollen. Da ist alles ungefiltert. Kein Algorithmus. Nix. Nada.
Du siehst also jeden Post von jedem Instagramer, dem du folgst. Was für eine Ironie, nicht?! Schliesslich hat Facebook im Jahr 2012 Instagram für eine Milliarde Dollar gekauft. Demzufolge muss man sich wohl auch fragen, wie lange die Geschichte bei Instagram (noch) gut geht und man wirklich alles sieht?! Es bleibt also nur zu hoffen, dass Facebook den Algorithmus wieder lockert und sich an Instagram orientiert und nicht umgekehrt.

Also Facebook, wohin des Weges?
Auf eine Änderung des Algorthimus zu Gunsten der Seitenbetreiber kann man hoffen, da sich doch mittlerweile die unzufriedenen Stimmen häufen. Nichts desto trotz glaube ich nicht (wirklich) daran. Ich vermute, dass die Kastration der Reichweite und damit die von Facebook wohl erhoffte Ertragssteigerung basierend auf den Werbeeinnahmen anhalten wird. Facebook ist schliesslich zum gewinnorientierten und börsenkotierten Unternehmen aufgestiegen (was man auch verstehen kann). Die Frage ist halt nur, ob dies die Nutzer auch langfristig honorieren und trotz des Wandels Facebook treu bleiben werden. Es gibt schliesslich noch andere Social Media Kanäle…

 

… Übrigens … wer noch weitere Informationen zum Facebook Newsfeed Algorithmus sucht, wird auf der Seite von Allfacebook.de sicher fündig.